Wer war Bodhidharma?

Er war ein buddhistischer Mönch und der Gründer des Shaolin- Tempels, weshalb hier über ihn berichtet werden soll. Wie bei allen historischen Persönlichkeiten können diese in späteren Legenden „übers Wasser gehen“, die Geschichten werden von Generation zu Generation immer weiter ‚ausgeschmückt‘ und ‚lebendiger gestaltet‘. Damo lebte ca. von 444 bis 529, er wurde in Indien oder Persien geboren und soll blaue Augen gehabt haben, weshalb chinesische Chroniken ihn den ‚blauäugigen Teufel‘ nannten. Auch war er im Vajramushti (Indisch) oder im Pahlavani (Persisch) ausgebildet, Kampfkünste, die großen Einfluss auf das spätere Shaolin- Kung Fu hatten. Wie Damo mit der Philosophie des Buddhas in Berührung kam, ist nicht überliefert. Zu dieser Zeit waren unzählige Mönche und Wanderprediger im gesamten asiatischen Raum unterwegs, um ihre Lehren an den Mann zu bringen. Natürlich auch den Lebensunterhalt so zu bestreiten. Wahrscheinlich traf er auf einen Anhänger des Buddha,
der ihn zum buddhistischen Mönch werden ließ. Ein Mönch musste nach damaligem Verständnis asketisch und enthaltsam leben, predigen und wandern (Wandermönch). Sicherlich gab es schon damals Klöster. Der größte Teil der verschiedenen Gelehrten fand aber keinen Unterschlupf. Es blieb ihnen somit gar nichts anderes übrig als den Lebensunterhalt mit Wanderpredigen zu verdienen. Damo zog es jedoch viel weiter fort als andere buddhistische Mönche. Er reiste über den Himalaya nach China, an den Hof des chinesischen Kaiser Wu-Di. Unter diesem erreichte China ein ‚goldenes Zeitalter‘. Unvorstellbarer Reichtum und sensationelle Pracht machten den Kaiserhof zum Mittelpunkt der Welt (China auf Chinesisch bedeutet „das Land der Mitte“). Am Hof hatte sich eine Tradition entwickelt, wonach indische Mönche die Lehren Buddhas missionierend verbreiteten. Die Wanderprediger waren zu einer Art ‚Normalität‘ geworden. Aus der Masse herauszustechen war garantiert nicht einfach. Zumal der chinesische Kaiser fest im Konfuzianismus verankert war und buddhistisches Gedankengut eher abgelehnt haben dürfte. Doch Damo schaffte es, das Oberhaupt, Wu-Di, zu erreichen. Hier scheint Damo, dem Kaiser, welcher sich durch besonders viel Gutes hervortat, dargelegt zu haben, dass das Tun guter Werke nicht zwingend Erlösung oder gar Erleuchtung nach sich ziehe. Wer Positives macht, weil er sich davon Vorteile verspricht, der erreiche genau das Gegenteil. Tue Gutes und sprich darüber heißt es heute, aber die von Damo begründete Philosophie, seine Weiterentwicklung der Lehren Buddhas zeigen, dass gute Dinge zu tun nur um dafür den Ruhm einzuheimsen, falsch und unehrenhaft ist. Der Kaiser Wu-Di, soll Damo für die Verbreitung seiner Lebensauffassung, das Areal des heutigen Shaolin- Tempels in den Song Shan Bergen gegeben haben, auf einem der 5 heiligen Berge Chinas. Dort meditierte er 9 Jahre in einer Höhle. Eine, nach der vom Mahayana- Buddhismus abgeleitete Philosophie der Selbstreflexion übliche Praxis. In dieser Zeit entwickelte Damo eine Unterart des Buddhismus, den Chan-Buddismus (besser bekannt unter dem japanischen Begriff Zen). Kernaussage beim Chan ist, dass die angestrebte Erleuchtung durch das Versinken in die Meditation ganz von selbst erreicht werden könne.