Buddhismus und die eigene Wahrnehmung

Das eigene Ich ist eine Illusion, wir spielen alle eine Rolle. Nach Shakespeare ist die Welt eine Bühne.

Über die Zeit sind wir mit der Rolle die wir spielen verschmolzen, sie ist uns ‚in Fleisch und Blut‘ übergegangen, wir meinen die Person aus der Rolle seien wir, aber sind wir diese Person jemals gewesen?

Die Aufgabe eines Chan (Zen)-Meisters ist es, bei anderen Menschen wie bei einer Zwiebel diese Rolle Schicht für Schicht abzublättern.

Wie nehmen wir uns selbst wahr? Und wie die Welt um uns herum? Und wer ist verantwortlich für die Sichtweise mit der wir uns und unsere Umgebung wahrnehmen? Nehmen wir wahr, also sehen wir ehrlich wie wir und unser Umfeld sind?

Ich behaupte: NEIN

Wir nehmen die Welt und uns selbst aus unserer Rolle heraus wahr, also ist nichts wahr, es gibt in unserer Wahrnehmung keine Wahrheit, nur wie wir es sehen wollen, so sehen wir es!

Unser Ego plappert vor sich hin, so und so hat die Wahrnehmung zu sein, unsere Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen, Bedürfnisse und Ängste schlagen voll durch. Wir entwickeln unsere Rolle ständig weiter, sie wächst zusammen mit dem Ego.

Aber wir sind enttäuscht wenn Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen und Bedürfnisse nicht befriedigt werden, unsere Ängste ‚bewahrheiten‘ sich.

Ja, die Enttäuschung, was sind wir nicht immer enttäuscht.

Und wer ist verantwortlich für alle Enttäuschungen in unserem Leben?

WIR SELBST

Unser Ego hat Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen und Bedürfnisse entwickelt, die gar nicht eintreffen können, wir sind zwangsläufig enttäuscht. Weil wir das Leben nicht annehmen wie es ist sondern ständig die Ereignisse so wollen wie es unser Ego vorplappert, der Rolle entsprechend.

Also haben wir alle Enttäuschungen in unserem Leben selbst produziert, alle Probleme sind hausgemacht, selbst hergestellt.

Da hilft es dann auch nichts sich über Probleme, Enttäuschungen und Misserfolge bei den Göttern zu beschweren.

Alles entsteht durch falsche Wahrnehmung, durch das Ego, das entsprechend unserer Rolle das Denken, das Fühlen, sogar das Handeln bestimmt.

Hier gilt Ursache und Wirkung. Was war zuerst, die Henne oder das Ei?

Unser Ego plappert, die Rolle entsteht, darauf basieren Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen und Bedürfnisse.

Und der Ausweg?

Richtig:

ERLEUCHTUNG