Den lieben langen Tag sind wir am „Denken“, Gedanken folgt auf Gedanken, Sorgen folgen auf Sorgen, Ängste können uns regelrecht „zerfressen“.

 

Die Evolution hat der ANGST eine wichtige Aufgabe zugeteilt, in gefährlichen Situationen können Ängste unsere Handlungen steuern, wir werden vorsichtiger, Angst bereitet uns auf Gefahren vor.

 

Allerdings ist unsere Vorstellungskraft in der Lage, Gefahren zu visualisieren, die es gar nicht gibt, die hypothetisch sind, unser „EGO“ macht sich dabei selbstständig, entwirft Phantasien, die so in Wirklichkeit niemals vorkommen werden. Wir müssen lernen, reale Bedrohungen von nicht realen Gefahren zu unterscheiden.

 

In unserem Kopf unterscheiden wir wirkliche und hypothetische Gefahren kaum, nicht nur, dass wir uns „Glück“ oder „Schrecken“ vorstellen können, nein, wir spüren diese EMOTIONEN sogar, unser Denken hat ganz unglaubliche Kräfte.

 

Der Gedanke an eine möglicherweise eintretende „schlechte“ Gegebenheit kann „schlechte“ Gefühle in uns auslösen, die Evolution hat hier einen Fehler gemacht. Sorgen und Ängste machen die Lebenssituation nur schlimmer, wenn diese auf nicht realen Gefahren beruhen.

 

Was ist real, was ist hypothetisch?

 

Sind die Befürchtungen real, bewahren sie uns vor einer Gefahr, oder sind die Sorgen nur „eingebildet“?

 

Nach der Lehre Buddhas kommt unser Leiden aus dem Denken, stammt von unserem „Ego“, das Menschen und Dinge halten will, einfach nicht loslassen kann.

 

Wir können aber nichts halten, alles ist vergänglich, jeder Mensch, jedes Lebewesen und jedes Objekt werden zu STAUB zerfallen. Darin liegt, nach dem Lehrer aller Lehrer, unser Leid begründet, im Wissen um die Vergänglichkeit.

 

NICHTS wird besser wenn wir uns falsche Sorgen machen, die unechte Gefahren in unserem Denken hin- und herwälzen.

 

Wenn unsere Sorgen einer direkten, unmittelbaren Gefahr gelten, nur dann sind sie gut und wichtig.

 

Wenn unser Denken aber einem Umstand gilt, der wahrscheinlich nicht eintreten wird, dann fallen diese SORTE VON GEDANKEN in die Kategorie, die Buddha als „leidvoll“, und damit „nutzlos“, eingereiht hat.

 

Um aus diesen „sinnlosen“ Denkmustern zu entfliehen müssen wir unserem Denken EIN NEUES THEMA geben, mit dem sich unsere Gedanken statt dessen beschäftigen können. Hier bietet es sich an, über die von Buddha vorgelebte „Erleuchtung“ nachzusinnen, um so den nötigen Abstand zu „fehlerhaften“ Denkmustern zu erreichen.

 

Wollen Sie in Ihrem Leben etwas verändern? Die Philosophie Buddhas zeigt uns völlig andere Wege auf, die es wert sind, wenigstens einmal genauer betrachtet zu werden.

 

Achten Sie genau auf Ihre Gedanken, verfolgen Sie diese zu ihrem URSPRUNG zurück. Warum kommt genau dieser Gedanke jetzt in mir auf, ist diese Überlegung real, oder nur hypothetisch?

 

„Achtsamkeit“ im täglichen Leben fängt bei unseren Gedanken an, denn sie sind der Nukleus für all unser Tun. Sonst kann uns unser Denken „umbringen“.

 

Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken

– Dietrich Bonhoeffer –  Lutherischer Theologe – 1906 bis 1945