Welchem Zweck dient unser Leben? Wer sind wir? Warum sind wir?

 

Heute möchte ich über das „Leiden“ sprechen.

 

Warum leiden wir so sehr? Und was können wir dagegen tun?

 

Zuerst einmal ist festzustellen, dass das Leiden etwas sehr persönliches ist; was den einen Menschen glücklich machen kann, wird einen anderen vielleicht in tiefe Verzweiflung stürzen. Ein und dieselbe Begebenheit, aus einem anderen Blickwinkel heraus betrachtet, weckt in verschiedenen Menschen komplett unterschiedliche Emotionen (siehe auch hierhier und hier).

 

Das Leiden kann die unterschiedlichsten Formen annehmen, die das „Opfer“ allerdings immer selbst bestimmt. Alle Ursachen von Leiden könnte man niemals aufzählen, dafür gibt es auf dieser Welt einfach nicht genug Papier.

 

Nach Buddha leiden wir, weil das Leben schmerzhaft ist, wir NICHTS halten oder behalten können, und uns daraus eine tiefe Unzufriedenheit erwächst.

 

Schon die Geburt ist mit Leiden verbunden, Alter, Krankheit und Tod jedoch um ein Vielfaches mehr.

 

Unsere Zeit mit Menschen verbringen zu müssen, die wir nicht mögen, ist leidvoll.

 

Unsere Zeit nicht mit den Menschen verbringen zu können, die wir lieben, ist leidvoll.

 

Wir leiden, wenn uns materielle Dinge fehlen.

 

Selbst ein Erreichen unserer Wünsche kann in der Konsequenz leidvoll sein.

 

Buddha sagte: „Leben ist Leiden; als Ausprägung seiner Weltanschauung entwickelte er die Vier Edlen Wahrheiten und den Edlen Achtfachen Pfad.

 

Könnten wir versuchen, unser tägliches Leiden zu vereinfachen, können wir einfache Kategorien des Leidens beschreiben, die Ursachen in Gruppen aufteilen?

 

JA

 

 

Es gibt zwei Kategorien des Leidens:

 

1.) Konflikte in uns selbst

 

und

 

2.) Konflikte mit anderen Menschen

 

 

zu 1.) In die erste Kategorie fallen alle Formen des Leidens, die nur auf uns „selbst“ zurückzuführen sind. Etwa, wenn wir uns „nicht gut genug“ fühlen, oder wir denken, dass wir „immer nur Pech“ haben, „warum immer ich“, solche Gedanken gehören zu den „Konflikten in uns selbst“.

 

Das Begehren, das Wollen, das Wünschen, aber auch jede Art von Wertung, fallen in diese Kategorie.

 

Die übermäßige Beschäftigung mit unserem Ich, mit unserem Ego, solche Denkmuster fallen in die Kategorie „Konflikte in uns selbst“.

 

Wir treten dabei in einen Dialog mit unserem Ego, der in Wahrheit ja nur ein Monolog ist! Das Ego sind ja wir selbst, es ist deshalb zwangsläufig ein Monolog! Das Ego ist keine separate Einheit, es ist ein Teil unseres ICHS!

 

Die ständige Bemühung, ein besseres Leben zu führen, verdrängt den Blick auf die wahre Lösung aller Probleme, nämlich die „Erleuchtung“ aus der Lehre Buddhas einmal näher zu betrachten.

 

zu 2.) Wenn wir mit anderen in Konflikt stehen, entstammt unser Leiden aus der zweiten Kategorie. Das Vergleichen von unserer Lage, mit der Position von anderen Menschen, erzeugt entweder ein Gefühl von Minderwertigkeit, oder von Überlegenheit. Wir nehmen wahr, was diese Person gesagt oder getan hat, und bilden uns dann eine Meinung. Besonders wenn wir uns angegriffen fühlen, wenn wir der Meinung sind, dass die andere Person uns etwas „getan“ hat, dann laufen wir „innerlich“ zur Bestform auf.

 

In der Konsequenz ärgern wir uns so sehr, dass wir an der Grenze zur Selbstzerstörung ankommen.

 

Also, was können wir tun?

 

Wir können, mit der Hilfe desselben Egos, mit dem wir uns in diese vertrackte Situationen gebracht haben, auch wieder aus dem Schlamassel herauskommen.

 

Wenn wir einen Weg des spirituellen Erwachens gehen wollen, dann doch nur aus einem Grund: wir wollen Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens finden!

 

Und diese Antworten gibt es nicht so einfach, hier müssen wir Arbeit investieren, achtsam sein und „über den Tellerrand hinausblicken. Mit Meditation können wir Fragen auflösen, Ängste verlieren, wir können auf die Reise zur „Erleuchtung“ aufbrechen.

 

Leben und Tod sind nur eine Illusion.

 

Unser eigenes Ego steht uns ständig im Weg.

 

Blicken Sie auf die wahre Welt, auf das grenzenlose und universelle Bewußtsein, dass in seiner Unendlichkeit allen Menschen offen steht.

 

Die Dummheiten unseres Egos erfüllen keinen Zweck!

 

Mensch: das einzige Lebewesen, das erröten kann. Es ist aber auch das einzige was Grund dazu hat

– Mark Twain – Amerikanischer Schriftsteller – 1835 bis 1910

 

Manche Hähne glauben, dass die Sonne ihretwegen aufgeht

– Theodor Fontane – Deutscher Schriftsteller – 1819 bis 1898

 

Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug

– Epikur von Samos – Griechischer Philosoph – 341 bis 270 v. Chr.