Der griechische Dichter Äsop lebte ungefähr zurzeit Buddhas. Er begründete die sog. „Beispielerzählung“, er vermittelte in seinen kurzen Geschichten „Moral“ und „Werte“.

 

Die deutsche Redewendung „einen Löwenanteil bekommen“ geht auf eine Erzählung des Äsop zurück, auf die „Fabel vom Löwenanteil“. Hier gehen ein Löwe und ein Esel zusammen auf die Jagd. Die erlegte Beute teilt der Löwe in 2/3 für sich und 1/3 für den Esel, ganz einfach deshalb, weil er der Stärkere ist. Er fand in der Fabel viele Argumente, warum er den Hauptteil zu bekommen hatte.

Im Abschluss der Geschichte wird vom Autor vor der Gesellschaft von „Mächtigen“ gewarnt, für die das Recht nicht gilt.

 

Wehe / Dem armen Opfer, wenn derselbe Mund, / der das Gesetz gab, auch das Urteil spricht!

Friedrich von Schiller – deutscher Philosoph – 1759 bis 1805

 

Die Werke des Äsop haben nach wie vor ihre gesellschaftliche Wichtigkeit, geht es dabei doch um menschliche Schwächen, die sich bekanntlich erhalten haben. Dummheit, Neid, Geiz, Eitelkeit, die Stoffe, aus dem auch heute noch die Schlagzeilen unserer Zeitungen gemacht werden.

 

Durch seine Geschichten vermittelte Äsop uns Weisheiten, die der Lehre Buddhas sehr ähnlich sind, die in ähnlicher Ausprägung auch in der Bibel ausgeführt wurden.

 

Als Buddhisten wissen wir, dass alles schon geschrieben steht, dass wir unser „Karma“ als unveränderliche Größe akzeptieren müssen.

 

Ob arm oder reich, für uns Menschen sind die universellen Gesetze gleich, nichts können wir daran ändern.

 

Allerdings bietet uns die „Erleuchtung“ einen Ausweg aus dem Kreislauf des Leidens.

 

Nicht nur Buddha war „erleuchtet“, viele Menschen vor ihm hatten diese Stufe der Vollkommenheit erreicht, und viele Menschen nach dem großen Lehrer sind ebenfalls „erwacht“.

 

Ob der Äsop vielleicht einer von diesen „Erleuchteten“ war?