Weit haben wir es gebracht!

Diskussionen finden nicht mehr statt, ich bin im recht, ich habe die moralisch richtige Position, der Andere ist Müll, Pack, Abfall, gehört weg.

Gruppen stehen sich gegenüber, zwischendrin die Polizei, sonst gäbe es bereits jetzt Mord und Totschlag auf den Strassen.

Wie soll das hier weitergehen? Wo ist die Aussicht auf Verständigung, auf Gemeinsamkeit, auf Frieden?

Wenn sich nicht grundsätzlich etwas ändert wird es wieder grosses Unglück geben, Zustände wie die vor dem zweiten Weltkrieg stehen uns in Europa dann erneut bevor.

Wollen wir das? Schon wieder? Natürlich diesmal moralisch absolut vollkommen!

Jeder will recht haben, man hat ja schließlich „die Moral“ auf seiner Seite.

Wer kann hier vermitteln, die verlorenen Enden wieder zusammenfügen, beruhigen, die unversöhnlichen Auffassungen ausgleichen? Wer hat die menschliche Größe die Wahrheit auszusprechen, nämlich, dass es so schlicht und einfach nicht weiter gehen kann.

Hassrede, Strafanzeige, Berufung, Schadenersatz, Schlägereien, Strassenschlachten, normaler menschlicher Umgang scheint nicht mehr möglich, die Gesellschaft ist gefährlich polarisiert, zerrissen, in wahrhaft schweren Zeiten angekommen.

Morddrohungen, brennende Autos, wer sieht nicht die Vorzeichen einer Katastrophe?

Wo bleiben die klaren Statements über diese Zustände? Wo die klare Abgrenzung gegen Hass, egal von wem, egal gegen was?

Was ist zu tun, wie kann es weitergehen?

Meine klare Antwort: „mit Gesprächen, mit Akzeptanz gegenüber der anderen Meinung, mit Lösungen, die alle Beteiligten einbeziehen“.

Nach der Lehre des historischen Buddhas ist der richtige Weg der der Mitte.

Nicht ich habe immer recht, mein Gegenüber hat eben auch recht, aus seiner Sicht sind die Dinge nun einmal nicht so, wie sie in meinem Weltbild erscheinen. Das gilt es zu akzeptieren, und danach müssen wir einen Weg finden, der möglichst vielen Menschen entspricht. Nicht nur ich und meine Meinung zählen, die Meinung aller Menschen ist wichtig, vollkommen egal ob diese meiner Weltanschauung entspricht, oder eben auch nicht entspricht.

Welchen Weg werden wir wählen? Als Gemeinschaft? Werden wir schon wieder das Unglück wählen?

Wer Wind sät, wird Sturm ernten
Altes Testament der Bibel – Hosea 8 – Vers 7