Ich glaube, morgen regnet es. Aber wissen, nein, ob es morgen regnet, das weiß ich nicht!

 

Der Glaube versetzt Berge, ja, das sagt man so, Menschen glauben aneinander, glauben an die Zukunft, an die Liebe, aber was bedeutet „Glauben“ wirklich?

 

Glauben, ist das mehr als das Gegenteil von Wissen?

 

Was ist der Sinn des Lebens, diese Frage stellt sich häufig, verschiedene Glaubenslehren wetteifern um die passenden Antworten, gaben und geben den Menschen aber auch Erklärung, Ausrichtung und Halt. Durch die Bildung einer Gemeinschaft erfolgt allerdings auch eine Ausgrenzung „der Anderen“, z.B. von den „Heiden“, von den „Ungläubigen“.

 

Gemeinsam ist den meisten Ideologien, dass eine Art von „Vermittler“ als Wortführer oder Prophet die Lehre verbreitet, in dem diese die Weltanschauungen den „anderen“ Menschen verkünden.

 

Und sind Zweifel am eigenen Glauben berechtigt?

 

Egal an was man glaubt, Glaube wird immer auch von Zweifeln unterbrochen, Hoffnung und Vertrauen werden von Bedenken überlagert. Zweifel gehören also zum Glauben mit dazu. Jeder Mensch geht anders mit seinen „Fragen“ um, manchmal droht alles, an was man glaubt, zusammenzubrechen, verschiedene Erfahrungen lassen manchen Gläubigen nachdenklich werden.

 

Die meisten Glaubenssysteme haben eine lange Tradition, bauen zum Teil auf frühen Bekenntnissen auf.

 

Von den großen religiösen Weltanschauungen unterscheidet sich der Buddhismus fundamental. Hier geht es NICHT um ein Glaubenssystem, die Lehre Buddhas hat als Ziel keine Abhängigkeit von Gott oder Göttern, nicht die Bindung an eine „höhere Instanz“, kein Zwiegespräch in einem Ober- und Unterordnungsverhältnis. Im Buddhismus geht es um die Gesetzmäßigkeiten der Weltenordnung, um das Erreichen der Bestimmung des Menschen. Es geht nicht um Glauben!

 

Buddha sah sich selbst nie als Gott, sondern als ein spiritueller Lehrer. Explizit gab er seinen Anhängern auf, ihn nicht anzubeten, sondern nach persönlicher „ERLEUCHTUNG“ zu streben. Schon der Ehrentitel des „Siddhartha Gautama„, die Bezeichnung „Buddha„, bedeutet „der Erwachte“, weißt auf die Besonderheit des aussergewöhnlichen Mannes hin.

 

Was den jungen indischen Prinzen so nachhaltig in das Bewusstsein der Menschen brachte, war das „Erwachen“, und die damit verbundene fundamentale Einsicht in die Grundlagen des Lebens.

 

An die „ERLEUCHTUNG“ muss man nicht glauben, sie ist kein Bekenntnis; eine Verehrung eines allmächtigen Gottes ist nicht nötig. Gleichwohl werden heute in den meisten buddhistischen Tempeln Statuen „angebetet“. Im Laufe der Jahrhunderte wurde aus dem spirituellen Lehrer ein Gott, die Prioritäten wechselten, „Gläubige“ wünschten Symbole. Die Statuen Buddhas sind Sinnbilder für das eigene „Ich“, sie dienen der inneren Sammlung, sind Wahrzeichen für das Gesetz von Ursache und Wirkung.

 

An Buddha muss man nicht glauben, es reicht, ihn als spirituellen Lehrer anzunehmen. Sein Vorbild zeigt uns das Konzept der „ERLEUCHTUNG“, der weglose Weg durch ein torloses Tor, durch das diejenigen Menschen schreiten können, die nach dem „Erwachen“ streben.

 

Selbst wenn man nur das Gefühl hat, dass der Pfad Buddhas unser Weg sein könnte, einen Versuch ist es allemal wert, diese Reise anzugehen. Finden Sie nicht?

 

Zu glauben ist schwer, nichts zu glauben ist unmöglich

– Victor Hugo – Französischer Schriftsteller – 1802 bis 1885