Jeder kennt die Situation. Man lernt Jemanden kennen, es entwickelt sich, gemeinsam verbringt man schöne Momente, trifft sich häufiger, eine Art von Beziehung entsteht.

 

Schnell tauchen Fragen auf, wie etwa: „hat die Sache eine Zukunft“, „ist es die richtige Person“, „will ich überhaupt eine Beziehung“.

 

Aus den Fragen entwickeln sich Bedenken, Erinnerungen an vergangene Erlebnisse kommen auf, die letzten „Beziehungen“ haben Spuren hinterlassen.

 

Heutzutage gehen die Meisten dann Konflikten einfach aus dem Weg, melden sich nicht mehr. Die Generation-„Facebook“ macht mit einer WhatsApp Schluß, oder meldet sich einfach gar nicht mehr.

 

Auf Nachfrage heißt es dann: „ich brauche noch etwas Zeit“, „ich weiß nicht was ich will“, oder „ich weiß nicht, ob er/sie die/der Richtige für mich ist“.

 

Dabei sind die möglichen Partner jetzt im Stadium des Zweifels angekommen, ein Zwiespalt entsteht. Einerseits mag man den Menschen, möchte ihn nicht verlieren, andererseits entspricht dieser vielleicht nicht zu 100 Prozent dem Ideal, dass man im Kopf hatte.

 

Nun beginnt die Phase der „Kopflosigkeit“; was tun, wenn einen der Partner nicht wirklich „will“?

 

Manche Menschen reden nun von ihren Gefühlen, machen Komplimente, versuchen zu überzeugen, setzen „unter Druck“, stellen „Ultimaten“, wollen „überreden“. Wie das Wort schon sagt, „über“ und „reden“, also zu viel reden, versuchen manchen den Gegenüber zu überzeugen.

 

Andere machen absichtlich das Gegenteil, wollen keinen Druck ausüben, bleiben „immer verfügbar“.

 

Wieder Andere machen eine Szene nach der anderen, ziehen den gesamten Freundeskreis hinein, aus einer Beziehung wird ein Drama.

 

Unzählige Ratgeber über Beziehungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

 

Dies ist ein buddhistischer Blog, es geht hier um buddhistische Themen. Und ja, auch Buddhisten haben dieselben Probleme wie andere Menschen auch, suchen nach einer glücklichen Beziehung, haben Stress mit dem Partner, wollen Lösungen für elementare Dinge in in ihrem Leben.

 

Daher meine Frage!

 

Was würde Buddha zum Thema „Beziehungen“ uns raten, was würde er den ständig nach Glück strebenden Menschen empfehlen?

 

Ich glaube, dass er zuerst vom mittleren Weg sprechen würde, den ein jeder Mensch beschreiten sollte. Nicht „Himmel-hoch-jauchzend“, und nicht „zu-Tode-betrübt“, sollten wir sein, nein; wir sollten den Mittelweg nehmen, mehr akzeptieren was da so auf einen zukommt, nicht zwanghaft einer Situation nachjagen, einfach „in uns ruhen“ und „abwarten“. 

 

Dann würde Buddha vielleicht von den kosmischen Gesetzen sprechen. So sicher, wie es ist, dass wir diesen Partner eines Tages wieder verlieren werden, so sicher ist es auch, dass wir in der Zeit des Verweilens in der künstlichen Realität unseres „Ichs“, jederzeit abhängig von unserem „KARMA“ sind. Egal was wir versuchen, gegen unser „Schicksal“ haben wir keine Chance.

 

Jedenfalls sollten wir klar unsere Gefühle formulieren, ehrlich sein, aber nichts erwarten. Es kommt so, wie es kommen soll, NICHTS können wir erzwingen.

 

„Das Glück ist ein Schmetterling“, sagte der Meister. „Jag ihm nach und er entwischt dir. Setz dich hin und er lässt sich auf deiner Schulter nieder.“ „Was soll ich also tun, um das Glück zu erlangen?“, fragte der Schüler. „Du könntest versuchen, dich ganz ruhig hinzusetzen – falls du es wagst!“

 

Anthony de Mello – Jesuitenpriester und spiritueller Lehrer – 1931 bis 1987

Dieser Text entstand auf eine Anfrage von Lesern hin